Tortellini

Vor diesem Gericht habe ich den allergrößten Respekt. Es ist vielschichtig, aufwändig und ist ehrlich gesagt für mich die Königsklasse der Pastaherstellung.
Massimo Bottura, 3 Sterne Chef, Künstler, Visionär und Goodwill-Botschafter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen[1] sagte einmal, ein Tortellino vereint in sich Alles, was die Küche der Emilia Romagna hergibt. Zunächst natürlich die erstklassigen Zutaten aus der Region, dann die Erfahrung und die jeweiligen Familienrezepte. die über Generationen hinweg weitervererbt werden und natürlich die Hingabe und die Liebe bei der Zubereitung. Recht hat er der Massimo. Tortellini sind wie eine eigene Religion, die weit mehr sind als kleine, gefüllte Teigtaschen.
Es geht schon mit dem Teig los, der elastisch und gut rollbar sein muss um dann später in kleinen Quadraten geschnitten mit Füllung versehen sich zudem auch formschön um den kleinen Finger wickeln lassen muss. Die Füllung, das sogenannte „Pesto“ kann die erste Diskussionen hervorrufen und die Verwendung ob in Brühe oder in Crema dann die weiteren abendfüllenden, zum Teil auch hitzigen Gespräche entfachen. Herrlich!
Es ist kein einfaches, kein schnelles Rezept und ich empfehle euch sehr die Investition in einen Fleischwolf. Euer Hackfleisch, auch für eure Ragús und andere Rezepte werden qualitativ einen Sprung der extra Klasse machen, wenn ihr selbst entscheiden könnt welches Fleisch ihr wie grob wolft.
Ich habe mich eng orientiert an dem Rezept von Massimo Bottura, einige Schritte und Zutaten haben wir an die regionale Verfügbarkeit und Praktikabilität angepasst.[2]
Der Besuch bei der Institution „Tortellante“ (siehe Seite XX ) hat mir zudem Mut gemacht mich an dieses Rezept mit Liebe, Zeit und Ruhe heranzuwagen und jetzt bin ich sehr dankbar und ein bisschen stolz dieses Rezept mit euch teilen zu können.
Ich verspreche euch, hiernach genießt ihr JEDE einzelne, kleine selbstgemachte Tortellini so anders, mit so viel mehr Genuss und mit einer Wertschätzung, dass alleine deshalb es sich lohnt einen verregneten Sonntag zu investieren und sich an diese Königsklasse zu machen. Viel Spass, viel Geduld und danach einen unvergesslichen Genuss, cari Amici!
Also los geht’s, Tortelliamo!
- Zubereitungszeit6 h
- Koch-/Backzeit20 min
- Gesamtzeit6 h 20 min
- Menge4
- Region
- Italienisch
- Gang/Kategorie
- Vorspeise
- Hauptgericht
- Hauptspeise
- Zubereitung
- Tags
Zutaten
Zutaten für den Tortelliniteig
- 400g Mehl Typ 00 + etwas mehr zum Ausrollen
- 4 ganze Bio-Eier + 2 Eigelb (Grösse L)
ZUTATEN FÜR DIE FÜLLUNG - DAS „PESTO“
- 100 g Rinderschulter (am besten selbst wolfen)
- 100 Gramm Schweineschulter ((am besten selbst wolfen)
- 100 g Mortadella DOP, gemahlen
- 100 g Parmaschinken DOP, gemahlen
- 150 g frisch geriebener Parmigiano-Reggiano
- Frisch geriebene Muskatnuss zum Abschmecken
ZUTATEN FÜR DIE BRÜHE
- 2 mittelgroße, weiße Zwiebel, halbiert
- 1 ganzes Bio-(Mais)hähnchen (Ca. 1,5 kg)
- 1 Schweinrerippe – (Ca. 8-10 Rippchen)
- 2 mittelgroße Möhren, geschält und im Ganzen
- 2 mittelgroße Stangen Staudensellerie, geschnitten und im Ganzen
- 2 frische Lorbeerblätter
- 2-3 Parmigiano-Reggiano Rinden
- 1 Teelöffel gemörserter, schwarzer Pfeffer
- 1 EL Salz
ZUTATEN FÜR DIE PARMIGIANO-SAHNESAUCE
- 300g frische Sahne
- 100g frisch geriebenen Parmigiano Reggiano
Allora, so geht´s
ANLEITUNG BRÜHE:
Die Zwiebel schälen, halbieren und mit der Schnittfläche nach unten in einer beschichteten Pfanne
auf mittlerer Hitze so lange garen (ca. 15-20 Minuten) bis sie schwarz sind.
Das Huhn mit allen Zutaten und der geschwärzten Zwiebel in einen großen Topf geben und mit so viel kaltem Wasser auffüllen,
dass alle Zutaten gut bedeckt sind.
Den Suppentopf auf mittlerer bis hoher Hitze stellen und zum Kochen bringen.
Am Anfang alle 15 Minuten die aufkochenden Trübstoffe abschöpfen und dann ca. 6 Stunden einkochen bis das Gemüse seinen Geschmack verloren hat und die Flüssigkeit um 1/3 reduziert ist.
Die Brühe vom Herd nehmen, das restliche vom Huhn und das Gemüse mit einer Zange herausholen.
Das Fleisch vom Huhn kann für eine Hühnernudelsuppe oder für Sandwiches verarbeitet werden.
Die Brühe durch ein feines Sieb gießen und ggf. mit Salz abschmecken.
Abkühlen lassen und dann im Kühlschrank bis zum Gebrauch aufbewahren und/ oder den Rest einfrieren.
ANLEITUNG TORTELLINI
Den Teig in 2 Teilen vorbereiten.
Zunächst also 200g mit den 2 Eiern und dem 1 Eigelb miteinander zu einem glatten Teig verarbeiten. Sollte der Teig zu weich sein, nach und nach noch etwas mehr Mehr dazugeben bis ein glatter Teig entstanden ist. In Frischhaltefolie oder in einem Bienenwachstuch einwickeln und 30 Minuten ruhen lassen. Den zweiten Teig herstellen und ebenso eingewickelt ruhen lassen.
ANLEITUNG „PESTO“ / FÜLLUNG
Während der Teig ruht, eine große beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen, das Rind- und Schweinefleisch zugeben und unter Rühren braten, bis es nicht mehr rosa ist. Das Fleisch aus der Pfanne nehmen auf ein mit Papiertüchern ausgelegtes Backblech legen, abkühlen und abtropfen lassen bis es fest geworden ist.
Das Fleisch auf dem Backblech abkühlen lassen, bis es fest ist, dann die gemahlene Mortadella und den gemahlenen Prosciutto zugeben und alles zusammen mit dem Fleisch durch den Fleischwolf mit der kleinsten Scheibe drehen.
Sobald das Fleisch gewolft ist, den feinen Parmigiano einrühren und leicht mit Muskatnuss würzen. Mit den Händen die Zutaten für die Füllung zu einer glatten Teig vermengen.
ANLEITUNG „TORTELLINI MACHEN“
Den Teig auf einem leicht bemehlten Holzbrett legen und mit einem Nudelholz ganz dünn bis ca 1,5 mm ausrollen. Nun mit einem Raviolischneider in die eine Richtung ca. 4 cm breite Streifen schneiden, das Brett drehen und wieder 4 cm breite Streifen zurück schneiden, so dass am Ende gleichmässige Quadrate entstehen.
Übung macht den Meister also immer daran denken, nicht alle Tortellini müssen direkt am Anfang perfekt sein – Brutti ma Buoni sind auch ein Genuss, Hauptsache die Tortellini sind mit AMORE per GUSTO gemacht.
Wichtig ist dass der Teig nicht austrocknet, wenn’s also am Anfang etwas länger dauert dann am besten die Quadrate mit Folie abdecken. So lange nun die Tortellini machen bis entweder Teig oder Pesto verbraucht sind.
ANLEITUNG - TORTELLINI IN BRODO (BRÜHE)
Einen mittleren Topf mit der gekochten Brühe zum Kochen bringen und Deine Wunschmenge an Tortellini dazugeben. Die Tortellini sollten jedoch noch so viel Platz haben um „frei schwimmen“ zu können. Wenn Sie and er Oberfläche schwimmen sind sie fertig und. Können mit einer Schöpfkelle auf einem tiefen Teller in der Brühe serviert werden.
ANLEITUNG - TORTELLINI IN CREMA (PARMIGIANO-SAHNE)
In einer beschichtetet Pfanne die Sahne zum köcheln bringen, den geriebenen Parmigiano- Reggiano dazu geben und unter ständigem Rühren langsam aufkochen, bis die Sahne leicht reduziert und eindickt.
Die Tortellini vorher in Salzwasser (oder Brühe) kochen und so viele gekochte Tortellini hinzugeben, wie Du genießen willst. Die Tortellini in der Sahnesoße schwenken bis alle mit Creme ummantelt sind. Auf Tellern servieren und genießen.
BUON TORTELLATA – BUONA EMILIA!
TIPP: Auf dem Tisch noch geriebenen Parmigiano Reggiano für alle Fälle parat haben.









Ca. 400g Parmesan-Herzstück 30 Monate – Parmigiano Reggiano DOP – Bergqualität – Montagna
18,90 €
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Unser Produzent Davide hat sich nachhaltig darauf spezialisiert nicht geerntete Kleinmengen oder nicht verkäufliche Stücke von Bauern aufzukaufen und diese der sich einzeln zu selektionieren, schonend zu trocknen und zu konfektionieren. Gegen Lebensmittelverschwendung, für mehr Genuss ohne Reue und Knoblauchatem und eben für mehr Baci, danach!
Polpette di Pane
- gepostet von Stefania Lettini
In der Famiglia Lettini wurde mit 9 Kindern nichts weggeworfen. Meine Oma war eine Künstlerin in der Resteverwertung und so kann ich mich noch sehr lebhaft an ihre saftigen Brotbällchen erinnern, wenn Brot übrig geblieben war oder auch wenn das Geld am Monatsende knapper war und es statt aus Hack eben Polpette di Pane Sonntags gab. Beide Varianten waren übrigens unter den Geschwistern heiß begehrt und den Erzählungen meines Vaters nach musste man auf seinen Teller schon ziemlich Acht geben, denn der Futterneid in der Familie Lettini war nicht unerheblich, was zu mittelgroßen Dramen am Sonntagstisch führen konnte. Egal wieviele Personen zugegen es gab immer einen Platz am Tisch auch für spontanen Besuch und hungrig ging keiner hinaus. Meine Oma war eine sehr tapfere, geduldige Frau und so sind alle ihre Kinder „groß und stark“ geworden. Die Liebe zum Essen ist im Übrigen bei allen Lettinis auch heute noch überproportional stark ausgeprägt – generationsübergreifend versteht sich.
Diese Resteverwertung ist eine Hommage an meine Oma, an die Traditionen der apulischen Küche und der italienischen Gastfreundschaft, bei der auch spontaner Besuch immer herzlich willkommen ist.
Friselle mit Tomaten und Burrata
- gepostet von Stefania Lettini
Apulien ist bekannt für sein Weizen und entsprechend beliebt für seine Pasta, sein Brot oder auch seine Taralli. Die Frisella oder im salentinischen Dialekt frisèddha genannt entstand aus der Not heraus, das man auf dem Land oder zu hoher See eine Brotart benötigte, die lange haltbar und zugleich dennoch genussreich war. Man findet die Frisella auch in der Basilikata, Kalabrien (Fresa) und in Kampanien (Fresella).
Le Frise werden doppelt gebacken (bis-cotto) und können mit etwas Wasser wieder zum „Leben“ erweckt werden. Das Loch in der Mitte wurde für die bessere Aufbewahrung und den Transport eingebacken und war vor allem auch für die Fischer auf ihren langen Schiffsreisen ein Segen, da diese durch das Loch ihre Angelschnur fädeln konnten und die Frise dann im salzigen Meerwasser für ihre Mahlzeit vorbereiten konnten. Olivenöl und ein paar Zwiebeln und fertig war die „Bruschetta“.
Heute nutzt man am Tisch stilvoll eine Keramikschale „Sponzafrisa“, in der man in der unteren Hälfte das gesalzene Wasser gibt, die Frisella dann dort eintunkt und dann auf der oberen Hälfte diese dann zum Abtropfen legen kann. Die nächste „Glaubensfrage“ Land auf und ab ist neben dem Belag noch, wie viele kreisende Bewegungen man mit dem Öl über die Frisa macht. Un „Giro d’Olio“ direkt nach dem Wasserbad, dann der Belag und dann nochmal eine Runde Öl als Abschluss? Oder lediglich eine kreisende Ölbewegung als Topping?
Elementare Fragen bei der Zubereitung der Frisella und zum Teil auch Grundlage für ausufernde, lebhafte Diskussionen unter foodaffinen Apuliern – einfach herrlich mit welcher Leidenschaft man sich diesen Glaubensfragen hingeben kann. Ich persönlich genieße übrigens 2 Runden und lade euch herzlich ein, die Frisa mal selbst zu probieren und vielleicht mal eine Festa di Frisa zu organisieren… Die Bruschetta 2.0 macht bestimmt auch der Famiglia und den Amici viel Spass!